Gestern Sonntag passte das Wetter wieder einmal perfekt fürs Flachland: Ein super Temperaturgradient bis über 2000müm, etwas Nordwind und vor allem Sonne war angesagt!
Allerdings bedeckten am Morgen noch viele graue Wolken den Himmel, einzelne blaue Löcher liessen aber das Fliegerherz schon höher schlagen. In Hubersdorf bestieg dann noch Tanner Mändu das fast schon überfüllte Poschi und auf dem Balmberg zog dann eine fröhliche Schar von Gleitschirmpiloten in Richtung Startplatz. Nach etwas Parawaiting wegen dem Nordwind stürzte sich Mändu als erster mutig in die Leinen. Sein Flug war leider nur von kurzer Dauer. Ich versuchte es als nächster, der Wind war aber dann definitiv zu stark und es blieb beim Versuch. Zwei Piloten ( XC3 + IP3) schafften es dann noch in die Luft, zeigten die deutlich leehaltige Luft an und liessen sich flott durchbürsten.
Also doch mit dem ganzen Karsumpel an den Nord-Startplatz verschieben…. Dort waren die Bedingungen ideal. Um 13h15 startete ich und konnte gleich gäbig thermodynamisch aufdrehen. Der Plan war klar: zuerst nach Osten, dann mit Rückenwind nach Thun. Bis zur Schwängimatt gings flott vorwärts. Der Omega 8 ist wirklich sehr einfach zu fliegen, lässt sich butterweich beschleunigen und fühlt sich selbst bei ¾ Gas noch sehr sicher an (Top-speed noch nicht ausprobiert).
Nach der Klus gabs zum ersten Mal richtig saufen, doch mitten über dem Tal stand wieder rettende Thermik. Hier entschloss ich mich, den Jura in Richtung Flachland zu verlassen. Zwischen Härkingen und Rotrist war etwas Geduld gefragt. Ich liess mir auch viel Zeit um die Wolkenbilder zu studieren. Als ich dann endlich langsam zur 2mille Grenze hoch stieg, war der Fall klar: ab in den Süden! Mit dem Rückenwind gings zügig vorwärts. Trotzdem musste man am richtigen Ort die Thermik suchen und der Einstieg war zum Teil zäh. Gegen Luzern zu und östlich des Napf‘s war die Luft viel feuchter. Zwischen Huttu und Eriswil gings dann richtig fett auf 2500 – geil. Mit dieser Höhe wagte ich mich dann auch ins Blaue zu fliegen. Auf dem Weg nach Langnau zeichnete es dann trotzdem sehr schwach und so konnte ich ein paar Mal wertvolle Meter tanken. Bei Langnau war es noch nie so einfach wie heute und bald hatte ich wieder eine super Aussicht aufs Emmental. Langsam musste ich mich jetzt über meinen Weiterflug entscheiden.
Plan A: via Schallenberg – 7Hengste nach Interlaken sah ziemlich abgeschattet aus, meistens Sackgasse (oder höchstens evtl. noch max. bis Meiringen)
Plan B: via Güggel nördlich von Thun das Aaretal queren und weiter zum Gurnigel und ….? Sah nicht so einfach aus, dafür ab Belpberg super Wolken!
Also dann Plan B – mal was Neues! Mit diesem Entscheid war dann der Flug auch schon fast zu Ende. Es folgten 15km abgleiten. Über Kiesen stand eine super Wolke (Konvergenz?), doch die war dann ein wenig zu weit weg. Erstaunlicherweise hatte es beim Landen (um 17h15) in Oberdiessbach NO-Wind. Der Talwind im Aaretal war tot.
Janu – es war trotzdem ein toller Tag. Leider etwas verzögerter Thermikstart, dafür dann eine fette Basis im Emmental. Zu zweit wäre es auch einfacher gewesen...
Hier zum Flug: http://www.xcontest.org/world/en/flights/detail:tannair/25.7.2010/11:14
Fotos folgen.





