Die Wetterprognose war ja einmal mehr nicht besonders vorteilhaft für die Ostertage.
Doch bereits am Freitag bescherte uns ein kleines Zwischenhoch viel Sonne und etwas Thermik am Amisbühl.
Gerade gut genug, um mit dem Tandemschirm etwas rumzukurven, ein paar hundert Meter in die Höhe zu schrauben und dann zu merken, dass es eigentlich noch Winter ist und es mindestens eine Kleiderschicht mehr ertragen würde. Den obligatorischen Stünder konnte man dann noch erzwängen, bevor der Pilot mit seinem Passagier sanft auf der Höhenmatte aufsetzte.
Für den Montag sah die Prognose viel versprechend aus. Ein stahlblauer Morgenhimmel weckte grosse Hoffnung. Als dann am Mittag aus der Sandgrube in Amsoldingen die Meldung von intensivem Schneefall kam, wurde die Fliegerei kurzerhand um eine Stunde verschoben. Um halb zwei sah es dann schon so etwas wie fliegbar aus und so fuhren Simu, Stivi (jaja er ist wieder im Lande) und ich in windeseile zur Winteregg hoch.
Oben angekommen sah es eigentlich noch nicht so attraktiv aus, aber es hatte immerhin viel Sonne über Steffisburg. Drei Schichten Hosen, zwei Paar Handschuhe und zwei Kopfpariser sollten vor der Kälte schützen. Ich startete sofort und merkte in der Luft gleich, dass der Talwind noch nicht eingesetzt hatte. Also musste ich extrem vorsichtig fliegen und durfte keinen Meter verschenken. An der Abrisskante zog es zuerst nur extrem schwach. Doch mit jedem Höhenmeter wurde das Steigen besser und irgendwann beamte es nur noch hoch bis an die Basis auf 2150MüM. Hammer!Es hatte nur wenig Wind und so fiel schnell der Entscheid, in Richtung Falkenfluh zu fliegen. Dort ging’s gratis bis an die Basis und die Luft war recht Delta-lastig. Also weiter zum Güggel. Etwas rumsuchen war dort notwendig, gratis war es nicht und vielleicht das einzige Mal „tricky“ an diesem Tag. Doch bereits zeigte sich eine neue Prachtswolke, diesmal über Hünigen (gell Ürsel…)! Wegen den drohenden CTR/TMA Bern drehte ich hier um und schon kam auch Stivi dahergebraust. Der Rückflug nach Thun war dann sehr einfach. Über Goldiwil traf ich dann auf Simu, der’s im zweiten Anlauf auch gepackt hatte. Zusammen race’ten wir zum Sigriswiler und gleich weiter ans Niederhorn, wo es sanft auf sensationelle 2600 stieg. Vollgeil – leider zeigten sich aber langsam die Symptome einer übervollen Blase… ich Idiot hatte den Schlauch nicht montiert, jetzt wurde ich bitter bestraft. In Richtung kleine Scheidegg sah es sehr attraktiv aus, ebenfalls in Richtung Marbach.
Der Brienzergrat lockte, auch wenn dort sehr viel Neuschnee lag. Beim Augstmatthorn wurde es mir zu winterlich und so kehrte ich um. Ich wollte ja wieder zurückfliegen und es war schon eher spät. Der manchmal harzige Lombachschlauch war ein weiteres Geschenk und so konnte ich mit genügend Reserve über den Grünenbergpass surfen. Der Rückflug sah wirklich gratis aus aber leider wurde mein Blick immer gelber und gelber…ohje! Sofort Landen war angesagt, ansonsten hätte es wohl ein schlimmes Unglück gegeben. So nahm der Spass ein frühzeitiges Ende. Ein toller Flugtag war’s aber allemal!






ein leichter Talwind (in der Luft um 20km/h) ist sehr hilfreich an der Winteregg. Ist der Wind am Startplatz schon stark und böig, empfehle ich nicht zu fliegen. Wie du bereits selber festgestellt hast, ist die Gleitphase bis zum Fuchsloch eine ziemliche Nervensache. Der Thermikeinstieg dann aber zuverlässig.
Der Bauer (Hr. Leuenberger) toleriert die Fliegerei. Zugang zum Startplatz unbedingt nur über Wanderweg. Die Kühe waren noch nie ein Problem - diese sind aber immer sehr neugierig...).
Schon bei leichter Gewittertendenz kann es zwischen Blueme - Hohgant sehr schnell überentwickeln - keinesfalls fliegen!
Dieses Fluggebiet ist nur für sehr erfahrene Piloten mit entsprechendem Flugmaterial zu empfehlen.
Gruess, Tinu Tanner
Ich hab gestern Nachmittag auch wieder mal ein Versuch von der Winteregg gewagt, nachdem ich 2 Jahre zuvor mit einem 1er Schirm nach ein paar Flugsekunden lieber vor einer Leitung wieder reinlandete..
Es hatte ziemlich böiger Wind aus Richtung Fahrni, darum startet ich in einem günstigen Windfenster raus. Wie ich deinem Bericht entnehme, ist ein bisschen Wind durchaus erwünscht. Quasi als Thermikanzeiger. Gestern hatte es rund einen 20er geblasen - vermutlich zu stark... Jedenfalls war es ziemlich lebig bis ich endlich an der Abrisskante beim Fuchsloch vorne ankam. Starke Saufer von 4m/s gefolgt von Anstellern, dass ich zeitweilig meine Bedenken hatte, überhaupt bis nach Steffisburg zu kommen. Vorne ging es dann ganz gemütlich hoch, ging aber bald landen, da es nach Regen aussah vom Eriz her. Wie ist deine/eure Erfahrung mit der Windstärke und Richtung? Startzeit ist wohl eher Nachmittags? Eine Landung bei diesem Wind im Schwendibach wäre wohl auch eine schwierige Sache geworden. Wie sieht der Bauer eigentlich unsere Starterei auf seinem Land?
Grundsätzlich ist mir die Winteregg sympathischer als H'schwendi, vorallem wegen den Landemöglichkeiten (im Tal). Die Chance, den Schlauch zu erwischen ist wohl auch grösser.
Gruess Urfer Michael, Thun