Flatlanders Trainingsfliegen an der Marbachegg vom 28. April 2001

von Rosé

Siehe auch den Bericht von Tinu Tanner unten auf dieser Seite!!

TrFl010428_01 TrFl010428_02 TrFl010428_03 TrFl010428_04 TrFl010428_05
TrFl010428_01.jpg TrFl010428_02.jpg TrFl010428_03.jpg TrFl010428_04.jpg TrFl010428_05.jpg
TrFl010428_07 TrFl010428_08 TrFl010428_09 TrFl010428_10 TrFl010428_11
TrFl010428_07.jpg TrFl010428_08.jpg TrFl010428_09.jpg TrFl010428_10.jpg TrFl010428_11.jpg
TrFl010428_12 TrFl010428_13 TrFl010428_14 TrFl010428_15 TrFl010428_16
TrFl010428_12.jpg TrFl010428_13.jpg TrFl010428_14.jpg TrFl010428_15.jpg TrFl010428_16.jpg
TrFl010428_17 TrFl010428_18 TrFl010428_19 TrFl010428_20 TrFl010428_21
TrFl010428_17.jpg TrFl010428_18.jpg TrFl010428_19.jpg TrFl010428_20.jpg TrFl010428_21.jpg
TrFl010428_22 TrFl010428_23 TrFl010428_24 TrFl010428_25 TrFl010428_26
TrFl010428_22.jpg TrFl010428_23.jpg TrFl010428_24.jpg TrFl010428_25.jpg TrFl010428_26.jpg

 

Rückblick Trainingsfliegen vom Samstag, 28.April 2001 (geschrieben am Tag der Arbeit)

Da wir meiner Meinung nach am Samstag vor dem Fliegen zu wenig über die Bedingungen und Möglichkeiten des Tages gesprochen haben, starteten wohl einige Clubkameraden ohne grosse Hoffnungen auf allzu viele Streckenflugkilometer von der Egg auf ihren Flug.
Anhand meines Flugberichtes möchte ich ein wenig zeigen, welches meine taktischen Ueberlegungen in der Luft waren und hoffe somit, dass auch weniger erfahrene Piloten etwas von diesem schönen Tag mitnehmen können.

Also, Karte (Land- , nicht Landeplatz-......... !!!!!) hervornehmen und los gehts mit unserem virtuellen Flug!
Zu den Wetterbedingungen kann ich leider nicht viel präzises sagen:
-schwacher H-Druck Einfluss
-feuchte Luftmasse
-vorbeiziehende hohe Wolkenfelder mit längeren Abschattungen
-relativ stabile Schichtung = schwache Thermik
-feuchter Boden

Nachdem die ersten blauen Löcher am Himmel die Sonne durchblicken liessen und für etwas Thermik sorgten,  machte ich mich für den Start bereit. Nach 3 Wochen endlich wieder einmal fliegen....Super!!! So genoss ich ein paar schöne Aufwinde und wusste, dass es sicher noch etwas besser werden würde und wartete geduldig auf die Anderen. Einige kämpften sich Meter für Meter hoch, andere warteten noch am Startplatz auf bessere Zeiten............
Die beste Thermik fand ich mitten über dem Tal, diese wurde dann aber wegen dem mässigen W-Wind stark versetzt. Die Ersten waren schon unterwegs in Richtung Entlebuch, als auch ich den Entschluss fasste, davonzufliegen. Der ganze Flug verlief eigentlich auf der Standartroute: (an Tagen mit höhrer Basis gibt es noch die Variante Schrattenfluh - Flühli - Schwändiliflüeh-....)
-Schübelsmoos
-Rotenfluehspitz
-Beichlen              
 ==> Thermik an allen Orten etwas draussen in Richtung Tal und sehr zyklisch. Normalerweise ist hier die Thermik viel einfacher zu finden. Die Abrisskanten sind eindeutig.
Flog dann weiter an die Farnern. Hier kann man sich immer halten und übersteht auch schlechtere Zeiten relativ gut. Dannel, Mändu, Edi, Zaugg, Gregi, und vieleicht noch andere wählten hier die Route mitten im Tal, das mehr Sonne hatte als die Hänge und vorallem keinen Schnee. Die Einen soffen gleich ab, andere erwischten schöne Bärte, fanden aber dann an den flachen Hängen keinen Anschluss mehr!
Es folgte eine Phase mit recht grossen Abschattungen und wenig Sonne. Ein Blick nach Westen verriet mir aber, dass es sicher nicht schlechter werden würde.  Also wartete ich .................... JOJO: mal rauf, mal runter,.........................
An dieser Stelle muss ich noch erwähnen, dass ich die Strecke zwischen Marbach und Luzern sehr gut kenne. Unzählige Male bin ich bei guten aber auch schlechten Bedingungen hier duchgeflogen.
Aussen durchs Flache war ich erst einmal erfolgreich, es muss schon sehr gut sein, dass dies klappt! Mit weniger als 2000 Meter würde ich nicht in Richtung Schimbrig abfliegen, zu riskant  bei so viel Schnee. Immer noch JOJO...... Einmal erreichte ich meine Höhenlimite, wartete aber zu, da mein Anflugort völlig im Schatten lag.  Nach etwa 1.5h war es dann endlich soweit, nachdem ich an der Farneren sehr tief war (fast am Boden stand) konnte ich relativ einfach aufdrehen (ufff). Pech hatte Adi, er verpasste nur Haarscharf mein Steigen und bleib hängen.  Ziemlich genau bei 2mille war Schluss (Basis) und ich begann mit dem queren an den Schimbrig (4km). Kam auf etwa 1500 an, knapp 200m unter mir alles Schneeweiss....
Eine Aussenlandung hätte fatale Folgen.......
Ein Steinadler zeigte mir das Steigen. Es war extrem schwach und eng und ich konnte nur knapp meine Höhe behalten. Zudem war mein Kollege nicht besonders glücklich, dass er die Thermik mit mir teilen musste. Ein paar mal sahen wir uns ganz tief in die Augen und mir lief es eiskalt den Rücken hinunter......  das wiederholte, kurze Anstallen des Schirmes verhinderte aber jeweils einen wirklich ernsthaften Angriff auf mein Fluggerät. Schlussendlich gewann aber ich den Kampf und das Viech zog ohne Beute schmollend davon. Auch hier verging viel Zeit, bis ich es auf die nächste Querung wagen konnte. Der Risetenstock zieht normalerweise recht gut. Ich flog wiederum mit extrem knapper Höhe in den sonnenbeschienen Wald und freute mich auf anständiges Steigen. Nichts.......... in einem extrem schmalen Aufwindband konnte/musste ich in die Höhe Wingoveren, nur wenige Meter über den Bäumen. Etwas weiter vorne gings in direktem Kontakt zur Felswand weitere 100 Meter höher. Flog von nun an dem Grat entlang in Richtung Mittaggüpfi. Ueber dem kleinen Pass davor entdeckte ich eine verrissene Thermik und ohh staun............ Südwind.  Der Himmel war nun praktisch Wolkenlos. Meine Prognose hatte sich bestätigt!
Beim Pkt. 1603 oberhalb Eigental konnte ich bis jetzt immer relativ gut audfrehen. Diesmal gabs nichts. Ohne viel Höhe zu verschenken flog ich weiter in Richtung Goal. Die riesigen Waldflächen nördlich vom Pilatus liessen mich auch am Samstag nicht im Stich! In der wunderschönen Abendsonne konnte ich nocheinmal Höhen tanken, um mit genügen Reserven über die Stadt fliegen zu können. Wie eigentlich fast immer, verlor ich auf dem 8km Endanflug zur Seepromenade nur wenig Höhe.  Suchte noch irgend einen lausigen Aufwind, blieb aber erfolglos. Unten in der Stadt war irgend ein Fest im Gange und überall stiegen bunte Ballone hoch.  Nach 3.5 stündigem hartem Kämpfen genoss ich die Ruhe dort oben bei der einmaligen Aussicht in vollen Zügen. Flog dann über den türkisfarbenen See und drückte meinen Boomerang etwas in Querlage.............die fast 1000 Meter runtersauen waren geil, ehe ich auf der ungewohnt fast leeren Wiese direkt am See landete.
Im Hochsommer ist hier normalerweise die Hölle los!!!! Am Samstag wars aber eher ruhig. Nur ein wenige Sonnanbeter/innen tummelten (und fummelten) auf der Wiese umher. Ein bisschen Haut war aber trotzdem zu sehen................. und der schwache Wind blies mir den feinen Duft von einem Mega-Ofen ins Gesicht. Ich kenne keinen schöneren Landeplatz!
Zeitlich etwas früher dran, hätte man den Flug in Richtung Rigi - ............? erweiten können!
Auf der Alpennordseite wurden vermutlich keine grösseren Streckenflüge gemacht. Ich glaube unsere Gebietswahl war wieder einmal perfekt!

Vom Mte. Lema (Tessin) aus wurde gemäss CCC-Rangliste der erste 100er geflogen.

Das wars Leute - bis zum nächsten mal!

Tinu Tanner