Flatlanders Trainingsfliegen an der Marbachegg vom 28. April 2001von Rosé |
| Siehe auch den Bericht von Tinu Tanner unten auf dieser Seite!! |
Rückblick Trainingsfliegen vom Samstag, 28.April 2001 (geschrieben am Tag der Arbeit)
Da wir meiner Meinung nach am Samstag vor dem Fliegen zu
wenig über die Bedingungen und Möglichkeiten des Tages gesprochen haben, starteten wohl
einige Clubkameraden ohne grosse Hoffnungen auf allzu viele Streckenflugkilometer von der
Egg auf ihren Flug.
Anhand meines Flugberichtes möchte ich ein wenig zeigen, welches meine taktischen
Ueberlegungen in der Luft waren und hoffe somit, dass auch weniger erfahrene Piloten etwas
von diesem schönen Tag mitnehmen können.
Also, Karte (Land- , nicht Landeplatz-......... !!!!!)
hervornehmen und los gehts mit unserem virtuellen Flug!
Zu den Wetterbedingungen kann ich leider nicht viel präzises sagen:
-schwacher H-Druck Einfluss
-feuchte Luftmasse
-vorbeiziehende hohe Wolkenfelder mit längeren Abschattungen
-relativ stabile Schichtung = schwache Thermik
-feuchter Boden
Nachdem die ersten blauen Löcher am Himmel die Sonne
durchblicken liessen und für etwas Thermik sorgten, machte ich mich für den Start
bereit. Nach 3 Wochen endlich wieder einmal fliegen....Super!!! So genoss ich ein paar
schöne Aufwinde und wusste, dass es sicher noch etwas besser werden würde und wartete
geduldig auf die Anderen. Einige kämpften sich Meter für Meter hoch, andere warteten
noch am Startplatz auf bessere Zeiten............
Die beste Thermik fand ich mitten über dem Tal, diese wurde dann aber wegen dem mässigen
W-Wind stark versetzt. Die Ersten waren schon unterwegs in Richtung Entlebuch, als auch
ich den Entschluss fasste, davonzufliegen. Der ganze Flug verlief eigentlich auf der
Standartroute: (an Tagen mit höhrer Basis gibt es noch die Variante Schrattenfluh -
Flühli - Schwändiliflüeh-....)
-Schübelsmoos
-Rotenfluehspitz
-Beichlen
==> Thermik an allen Orten etwas draussen in Richtung Tal und sehr zyklisch.
Normalerweise ist hier die Thermik viel einfacher zu finden. Die Abrisskanten sind
eindeutig.
Flog dann weiter an die Farnern. Hier kann man sich immer halten und übersteht auch
schlechtere Zeiten relativ gut. Dannel, Mändu, Edi, Zaugg, Gregi, und vieleicht noch
andere wählten hier die Route mitten im Tal, das mehr Sonne hatte als die Hänge und
vorallem keinen Schnee. Die Einen soffen gleich ab, andere erwischten schöne Bärte,
fanden aber dann an den flachen Hängen keinen Anschluss mehr!
Es folgte eine Phase mit recht grossen Abschattungen und wenig Sonne. Ein Blick nach
Westen verriet mir aber, dass es sicher nicht schlechter werden würde. Also wartete
ich .................... JOJO: mal rauf, mal runter,.........................
An dieser Stelle muss ich noch erwähnen, dass ich die Strecke zwischen Marbach und
Luzern sehr gut kenne. Unzählige Male bin ich bei guten aber auch schlechten Bedingungen
hier duchgeflogen.
Aussen durchs Flache war ich erst einmal erfolgreich, es muss schon sehr gut sein, dass
dies klappt! Mit weniger als 2000 Meter würde ich nicht in Richtung Schimbrig abfliegen,
zu riskant bei so viel Schnee. Immer noch JOJO...... Einmal erreichte ich meine
Höhenlimite, wartete aber zu, da mein Anflugort völlig im Schatten lag. Nach etwa
1.5h war es dann endlich soweit, nachdem ich an der Farneren sehr tief war (fast am Boden
stand) konnte ich relativ einfach aufdrehen (ufff). Pech hatte Adi, er verpasste nur
Haarscharf mein Steigen und bleib hängen. Ziemlich genau bei 2mille war Schluss
(Basis) und ich begann mit dem queren an den Schimbrig (4km). Kam auf etwa 1500 an, knapp
200m unter mir alles Schneeweiss....
Eine Aussenlandung hätte fatale Folgen.......
Ein Steinadler zeigte mir das Steigen. Es war extrem schwach und eng und ich konnte nur
knapp meine Höhe behalten. Zudem war mein Kollege nicht besonders glücklich, dass
er die Thermik mit mir teilen musste. Ein paar mal sahen wir uns ganz tief in die Augen
und mir lief es eiskalt den Rücken hinunter...... das wiederholte, kurze Anstallen
des Schirmes verhinderte aber jeweils einen wirklich ernsthaften Angriff auf mein
Fluggerät. Schlussendlich gewann aber ich den Kampf und das Viech zog ohne Beute
schmollend davon. Auch hier verging viel Zeit, bis ich es auf die nächste Querung
wagen konnte. Der Risetenstock zieht normalerweise recht gut. Ich flog wiederum mit extrem
knapper Höhe in den sonnenbeschienen Wald und freute mich auf anständiges Steigen.
Nichts.......... in einem extrem schmalen Aufwindband konnte/musste ich in die Höhe
Wingoveren, nur wenige Meter über den Bäumen. Etwas weiter vorne gings in direktem
Kontakt zur Felswand weitere 100 Meter höher. Flog von nun an dem Grat entlang in
Richtung Mittaggüpfi. Ueber dem kleinen Pass davor entdeckte ich eine verrissene Thermik
und ohh staun............ Südwind. Der Himmel war nun praktisch Wolkenlos. Meine
Prognose hatte sich bestätigt!
Beim Pkt. 1603 oberhalb Eigental konnte ich bis jetzt immer relativ gut audfrehen.
Diesmal gabs nichts. Ohne viel Höhe zu verschenken flog ich weiter in Richtung Goal. Die
riesigen Waldflächen nördlich vom Pilatus liessen mich auch am Samstag nicht im Stich!
In der wunderschönen Abendsonne konnte ich nocheinmal Höhen tanken, um mit genügen
Reserven über die Stadt fliegen zu können. Wie eigentlich fast immer, verlor ich
auf dem 8km Endanflug zur Seepromenade nur wenig Höhe. Suchte noch irgend einen
lausigen Aufwind, blieb aber erfolglos. Unten in der Stadt war irgend ein Fest im
Gange und überall stiegen bunte Ballone hoch. Nach 3.5 stündigem hartem Kämpfen
genoss ich die Ruhe dort oben bei der einmaligen Aussicht in vollen Zügen. Flog dann
über den türkisfarbenen See und drückte meinen Boomerang etwas in
Querlage.............die fast 1000 Meter runtersauen waren geil, ehe ich auf der ungewohnt
fast leeren Wiese direkt am See landete.
Im Hochsommer ist hier normalerweise die Hölle los!!!! Am Samstag wars aber eher ruhig.
Nur ein wenige Sonnanbeter/innen tummelten (und fummelten) auf der Wiese umher. Ein
bisschen Haut war aber trotzdem zu sehen................. und der schwache Wind blies mir
den feinen Duft von einem Mega-Ofen ins Gesicht. Ich kenne keinen schöneren Landeplatz!
Zeitlich etwas früher dran, hätte man den Flug in Richtung Rigi - ............? erweiten
können!
Auf der Alpennordseite wurden vermutlich keine grösseren Streckenflüge gemacht. Ich
glaube unsere Gebietswahl war wieder einmal perfekt!
Vom Mte. Lema (Tessin) aus wurde gemäss CCC-Rangliste der erste 100er geflogen.
Das wars Leute - bis zum nächsten mal!
Tinu Tanner